EPCIS-basiertes Ereignismodell

Ereignismodell

EPCIS-basiertes Ereignismodell

Derzeit stehen produzierende Unternehmen vor der Herausforderung, ihre immer individueller werdenden Prozessketten trotz steigender Marktdynamik zu beherrschen. Die richtige Steuerung der Produktionsprozesse ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Heutige Software-Lösungen sind den Anforderungen nach schnellen Anpassungen der Produktion nicht gewachsen. Folglich werden Produktionsprozesse auf der Softwareseite nicht adäquat abgebildet. Neben der fehlenden Flexibilität auf der Softwareseite mangelt es zudem an Transparenz hinsichtlich Prozessen und der jeweiligen Steuerungslogik.
Ziel der Arbeiten am Ereignismodell für das kybernetische Produktionsmanagement ist die Definition von Ereignistypen auf einer unteren Aggregationsebene zur Verfolgung des physischen Fertigungsauftrags. Diese dienen als Datenbasis zur Aggregation der Ereignistypen der Regelgrößen. Die benötigten Daten sind in Attributen der Ereignistypen der Regelgrößen hinterlegt.
Die Datenbasis wird im Allgemeinen durch die Betriebs- und Maschinendatenerfassung (BDE und MDE) erhoben. Die Arbeiten sind auf die automatisierte Rückmeldung von Ist-Daten in Echtzeit fokussiert, die entweder über MDE oder mittels Sensorik erfasst werden.

Umsetzung

Das theoretische Ereignismodell wurde von den grundlegenden Regelgrößen des kybernetischen Produktionsmanagement abgeleitet und bezieht bestehende Maschinenereignisse mit ein. Die sich ergebenden elementaren Ereignistypen wurden in Expertenworkshops und -interviews iterativ weiterentwickelt und in aufeinander aufbauenden UML-Klassendiagrammen dokumentiert.

Nutzen

Durch das generische Ereignismodell für das kybernetische Produktionsmanagement können einfache Ereignisse und deren Aggregationspfade leichter abgebildet werden, um die adressatengerechte Bereitstellung relevanter Produktionsdaten zu ermöglichen. Durch Verwendung des EPCIS-Modells können die bereits normierten Standards zur wertschöpfungsübergreifenden Kommunikation aus dem Handel in das neue Feld der Produktionskommunikation übertragen werden.

Ausblick

Die Forschungsergebnisse werden im Rahmen laufender Projekte in den Forschungsschwerpunkten Produktion und Energiemanagement kontinuierlich fortentwickelt und ergänzt. Die Arbeiten bilden die Grundlage einer DIN SPEC zur ereignisbasierten Produktionssteuerung und soll zukünftig noch um weitere Ereignisbereiche (Energiemanagement, etc.) erweitert werden.